Gewebeschädigung bei DCS

Die durch die Gasblasen hervorgerufenen Schäden des menschlichen Gewebes lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Zum einen existieren direkte Schäden durch mechanische Gewebszerreißung und Gewebekompression z.B. durch stationäre, expandierende Blasen, die Nervenbahnen oder Gefäße von außen komprimieren. Auch intravasale Blasen erzeugen direkte Schäden an der Gefäßinnnenhaut (Endothel) und schließlich beim Gefäßverschluß. Zum anderen unterscheidet man indirekte Gewebeschäden, welche nach neueren Erkenntnissen eine größere Bedeutung haben. Hierbei handelt es sich um Schäden auf Grund von Reaktionen des Körpers auf die beschriebenen direkten Schäden.

Die Gasblase stellt einen Fremdkörper für das menschliche Abwehrsystem dar und führt deswegen zu:

  1. Aktivierung der Gerinnungskaskade mit Zusammenklumpung von Blutplättchen
  2. Stimulierung des Immunsystems
  3. Erhöhter Gefäßdurchlässigkeit und Ödembildung

 Die sich im verjüngendem Gefäß steckengebliebene Gasblase löst eine Reaktion des Körpers aus, mit der Konsequenz, daß sich Blutplättchen (Thrombozyten) und weiße Blutkörperchen (Leucozyten) an die Blase anheften und zu einem intravasalem Gerinnsel anwachsen, sowie Botenstoffe sezernieren wie Histamin und Bradykinin die zu den Beschwerden (Juckreiz, Schmerzen, Schwellung) führen. Gleichzeitig bildet sich durch diese Mediatoren ein Ödem, daß die Durchblutung weiter verschlechtert.