Alte Klassifikation der Deko-Krankheit

Die Dekompressionserkrankungen (DCI="decompression illness") werden klassischerweise eingeteilt in DCS (="decompression sickness") Typ I und II, sowie die arterielle Gasembolie AGE. DCS Typ I und II werden dadurch unterschieden, dass bei der DCS Typ I der Schmerz das einzige Symptom ist, wobei DCS Typ II mit körperlichen Schäden, wie z.B. neurologischen Ausfällen einhergeht. Diese doch sehr ungenaue Definition wurde von Edmonds wie folgt präzisiert:

DCS Typ I

  • Schmerzen in Gelenken ("bends") oder Extremitäten
  • Juckreiz ("Taucherflöhe")
  • Hautrötungen
  • umschriebene Schwellungen

DCS Typ II

  • Störungen des zentralen oder peripheren Nervensystems
  • Innenohrstörungen
  • Herz- und Lungenstörungen ("chokes")

Die sogenannten "Taucherflöhe" sind das bekannteste Syndrom einer Deko-Erkrankung und viele Taucher haben dieses Phänomen schon einmal kennengelernt bei einer Testfahrt in einer Druckkammer in warmer Umgebung.

Weiterhin unterscheidet man die arterielle Gasembolie (AGE). Hierbei kommt es durch Überdehnung der Lunge beim Auftauchen zu einem Riß im Lungengewebe und Eindringen von Luftbläschen in den Blutkreislauf. Die mit dem Blut mitgerissenen Bläschen vergrößern bei sinkendem Umgebungsdruck ihr Volumen und verstopfen vorzugsweise die Hirngefäße mit der Folge einer Gehirnmangeldurchblutung.

Eine andere Möglichkeit der AGE besteht beim Übertritt von Gasblasen aus dem venösen System über ein sogenanntes "Foramen ovale" im Herzen in die Arterien mit den beschriebenen Folgen.

Obwohl die Einteilung in DCS I bzw. II und AGE immer noch weit verbreitet ist, ist sie wenig praktikabel, da einerseits die Unterscheidung zwischen DCS I und II recht willkürlich erscheint und andererseits eine klinische Unterscheidung zwischen DCS und AGE selten möglich ist und sich hieraus auch keine Konsequenz in der Therapie ergibt. Aus diesem Grunde haben Francis & Smith 1991 eine mehr deskriptive Neu-Klassifizierung der Deko-Erkrankung eingeführt.