Beinahe-Ertrinken

Ertrinken ist definiert, als Tod durch Ersticken infolge Untertauchens in einer Flüssigkeit. Die Bedeutung des Ertrinkens für den Taucher erklärt sich allein aus folgender Tatsache : In 86 PROZENT der tödlichen Tauchunfälle wird der Tod durch Ertrinken diagnostiziert. Auch wenn die Kausalkette in der Regel unterschiedlich und meist nicht mehr nachvollziehbar abläuft, steht am Ende das Ertrinken bzw. das "Beinahe-Ertrinken" (engl. Near-Drowning). Von Letzterem spricht man, wenn der Verunfallte noch rechtzeitig vor Eintritt des Todes gerettet, bzw. nach dem Ertrinken erfolgreich wiederbelebt werden konnte. Da hier aus verschiedenen Gründen eine weiterhin lebensgefährliche Situation besteht, ist eine adäquate Behandlung der Betroffenen zwingend notwendig. Immerhin 11% der im Krankenhaus behandelten Beinahe-Ertrunkenen sterben an den Folgen des Ertrinkungsunfalls.

Der Ertrinkungsvorgang selbst läuft nach einem bestimmten Schema ab, welches im Atemstillstand endet. Je eher dieser Ablauf durch äußere Hilfe unterbrochen werden kann, desto besser sind die Chancen auf komplette Heilung.

Man unterscheidet zwischen trockenem bzw. nassem Ertrinken je nachdem ob Wasser aspiriert wurde. Aspirieren nennt man das "Einatmen" und in die Lungen gelangen von nicht gasförmigen Stoffen, wie hier z.B. Wasser. Da die max. Wassermenge auch beim nassen Ertrinken gering ist (max. 200-300 ml), hat die Unterscheidung zwischen Süß- und Salzwasseraspiration keine Bedeutung.

Nach der Bergung des Verunfallten und evtl. Ersthelfermaßnahmen ist der Betroffene in jedem Fall, auch bei völliger Beschwerdefreiheit in einem Krankenhaus 24h zu überwachen, um das gefürchtete sekundäre Ertrinken zu behandeln.

Bei der Wiederbelebung (Reanimation) der häufig stark unterkühlten Ertrunkenen gilt der Leitsatz:

"NO ONE IS DEAD UNTIL HE IS WARM AND DEAD!"