Süß- bzw. Salzwasseraspiration

Traditionsgemäß wird zwischen der Aspiration von Süß- bzw. Salzwasser unterschieden. Auch wenn sich klinisch und prognostisch keine Unterschiede ergeben, sollen hier kurz die unterschiedlichen Abläufe dargestellt werden.

Gelangt Süßwasser in die Lungen, so kommt es auf Grund des osmotischen Druckunterschiedes zu einem Flüssigkeitsstrom aus den Alveolen in die Blutbahn. Dies führt zu einer Überwässerung des Kreislaufes. Zudem wird das Blut hypoton und demzufolge strömt es erneut wegen des osmotischen Druckunterschiedes in die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und bringt diese zum Platzen. Hierdurch wird u.A. Kalium freigesetzt, welches zu schweren Herzrhythmusstörungen führen kann.

 

Salziges Meerwasser ist gegenüber dem Blut hyperton, so dass es auf Grund des Konzentrationsunterschiedes zu einer Diffusion von Elektrolyten (insbesondere Natrium-Ionen) aus den Alveolen in die Kapillaren kommt. Weiterhin strömt gegenläufig Blutplasma in die Alveolen, so dass es zu einer vermehrten und verlängerten Flüssigkeitsfüllung der Alveolen kommt. Hierdurch wird die Gasaustauschfläche reduziert.