Ertrinkungsvorgang

Auf ein unerwartetes oder ungewolltes Untertauchen (Submersion) folgt eine unterschiedlich lange Phase in der die Luft willkürlich angehalten werden kann. Diese Apnoe ist selten länger als eine Minute und anschliessend treten zwanghafte Einatembewegungen auf, die dazu führen , dass geringe Flüssigkeitsmengen aspiriert (=eingeatmet) werden, worauf sich ein Stimmritzenkrampf (=Laryngospasmus) entwickelt. Bei zunehmender Panik werden größere Flüssigkeitsmengen verschluckt, so dass bis zu zwei Liter davon in den Magen gelangen können. Der zunehmende Sauerstoffmangel führt schliesslich zur Bewusstlosigkeit und meistens löst sich daraufhin der Stimmritzenkrampf. Der maximale Atemreiz führt nun zu einer nicht unterdrückbaren Einatmung und die Lungen werden voll Flüssigkeit gesogen. Man spricht vom "nassen Ertrinken". In 10-15% der Fälle persistiert der Stimmritzenkrampf und es kann keine weitere Flüssigkeit in die Lungen gelangen ("trockenes Ertrinken"). In beiden Fällen entwickelt der Verunfallte in jedem Fall einen zunehmenden Sauerstoffmangel, der innerhalb weniger Minuten zu einer irreversiblen Hirnschädigung und zum Tode führt. Falls jedoch vor der Entwicklung von Hirnschäden mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird, haben die "trocken Ertrunkenen" eine deutlich bessere Prognose. 90% der erfolgreich reanimierten Personen waren "trocken ertrunken".

Selten kann es auch bereits durch das Eintauchen in kaltem Wasser oder die geringfügige Aspiration zum Herzstillstand und damit zum sog. Bade- oder Reflextod kommen.