Erste Hilfe: Ersthelfermaßnahmen

An erster Stelle steht die schnelle Rettung des Verunfallten aus dem Wasser und der Transport an Bord bzw. an Land. Hierbei sind überhastete Aktionen zu vermeiden, bei denen sich der Retter selbst in Gefahr bringt (z.B. auf Eis). Auch sind Reanimationsversuche im Wasser in der Regel wirkungslos und sollten unterlassen werden, da sie den Beginn effektiver Wiederbelebungsmaßnahmen nur hinauszögern. Die Wiederbelebung (=Reanimation) wird durchgeführt nach den aktuellen "ABC-Richtlinien" der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) unter Berücksichtigung der Erfahrung des Rettenden. Folgende Besonderheiten sind jedoch bei ertrunkenen Personen zu beachten:

  1. Versuche das Wasser aus den Lungen durch Kopftieflage, Druck auf den Oberkörper, Heimlich-Manöver o.ä. zu entfernen, sind sinnlos und sollten unterlassen werden. Bei intaktem Blutkreislauf wird das Wasser rasch aus den Alveolen resorbiert.
  2. Da bei jedem (Beinahe-) Ertrunkenen ein Sauerstoffmangel (u.a. durch die verminderte Gasaustauschfläche) vorliegt, sollte bei der Beatmung 100%-tiger Sauerstoff zum Einsatz kommen. Spontan atmende Verunfallte sollten ebenfalls 100%-tigen Sauerstoff atmen.
  3. Bei ausgekühlten Opfern kann auch nach längerer Zeit (Stunden!) ein Wiederbelebungsversuch erfolgreich sein. Zudem ist auch die HLW-Zeit verlängert und deswegen sollte die HLW keinesfalls zu früh beendet werden.
  4. Auch wenn keine Verletzungen und keine Bewußtseinseinschränkung nach Abschluss der Ersthelfermaßnahmen mehr vorliegen, muss jeder Beinahe-Ertrunkene schnellstmöglich in ein Krankenhaus transportiert und intensivmedizinisch überwacht werden. Noch nach Stunden kann das gefürchtete "sekundäre Ertrinken" auftreten!