Barotrauma im Mittelohr

Die Grafik zeigt eine Übersicht über das menschliche Ohr, wobei das Mittelohr begrenzt wird von Trommelfell und ovalem bzw rundem Fenster. Es handelt sich um einen luftgefüllten Hohlraum, der mit der Mundhöhle über die Eustachische Röhre (Ohrtube) verbunden ist. Normalerweise ist dieser Gang leicht verschlossen, damit keine Bakterien aus der Mundhöhle in das empfindliche Mittelohr gelangen können. Allerdings öffnet er sich beim Kauen, Schlucken oder Gähnen um einen Luftaustausch zu gewährleisten. Dieser Luft- oder in diesem Falle Druckausgleich ist auch beim Tauchen von Bedeutung.

Beim Abtauchen steigt der Umgebungsdruck mit der Folge, daß damit die Ohrtube zugedrückt wird. Hierdurch ergibt sich ein abgeschlossener, luftgefüllter Hohlraum so daß beim weiteren Abtauchen das elastische Trommelfell durch den relativen Unterdruck im Mittelohr nach innen gebogen wird. Man bemerkt dieses als "Druck auf dem Ohr". Bei fortgesetztem Abtauchen und steigendem Wasserdruck wird das Trommelfell immer weiter gebogen,was starke Schmerzen hervorruft, evtl. kommt es zur Schleimhautschwellung im Mittelohr, bis schließlich das Trommelfell "platzt". In dem Augenblick strömt Wasser ins Mittelohr und reizt die Bogengänge (Gleichgewichtsorgan), so daß akuter Schwindel und Hörstörung die Folge ist. Der Schmerz läßt dann plötzlich nach. Weiterhin kann das ins Mittelohr eingedrungene Meer- bzw. Seewasser schlimme Mittelohrentzündungen auslösen.

Um dieses Barotrauma zu vermeiden, muss regelmäßig beim Abtauchen aktiv ein Druckausgleich durchgeführt werden.