Barotrauma im Innenohr/Außenohr

Im Vergleich zum Barotrauma des Mittelohres ist eine druckbedingte Schädigung des Innenohres sehr selten, jedoch sind die Konsequenzen hieraus um so gravierender. Ursache des Innenohr-Barotraumas ist in jedem Fall eine inadäquate Durchführung des Druckausgleiches. Wenn der Taucher den Druckausgleich im Mittelohr beim Abtauchen zu spät durchführt oder auf Grund einer Erkrankung nicht durchführen kann entsteht wie beschrieben ein Unterdruck im Mittelohr. Wird jetzt der Druckausgleich gewaltsam mittels eines Vasalva-Manövers ( Pressen bei mit den Fingern geschlossenen Nasenflügeln) durchgeführt, wird das Mittelohrknöchelchen "Steigbügel" sowie das ovale Fenster in die mit Flüssigkeit (Endo- und Perilymphe) gefüllte Hörschnecke gedrückt, wie auf der unteren Abbildung dargestellt. Die dadurch entstehende Druckwelle pflanzt sich durch die Schnecke fort und bei Erreichen des runden Fensters wird dieses in die Paukenhöhle gedrückt und kann zerreissen. Die dann auftretenden Symptome sind Schwindel, Hörminderung, Ohrgeräusche und Übelkeit.

Von den Beschwerden her lässt sich das Innenohr-Barotrauma nicht von einer Dekompressionserkrankung des Innenohres unterscheiden. Dies ist nur möglich durch eine exakte Schilderung des Unfallherganges und Bestimmung des Zeitpunktes der ersten Symptome - in der Kompressions- oder Dekompressionsphase. Der Unterschied ist jedoch wichtig auf Grund der differenten Therapie. Die Dekokrankheit wird in der Druckkammer gut behandelt, wohingegen das Innenohrbarotrauma in sofortige HNO-ärztliche Behandlung gehört und in der Regel mit lebenslänglicher Tauchuntauglichkeit einhergeht.

Schwindel beim Tauchen ist eine häufige Erscheinung und nach van Laak haben 22% aller Taucher schon einmal Schwindel unter Wasser verspürt. Ursache ist allerdings häufig eine Temperaturdifferenz in beiden Gehörgängen mit Reizung des Gleichgewichtsorgans oder eine Druckdifferenz in den Paukenhöhlen beim Auftauchen durch seitendifferente Tubenöffnung. Dieser Schwindel ist rasch rückläufig und muß nicht weiter behandelt werden.

Eine weitere Form des Barotrauma ist früher bei unwissenden Tauchern durch eigenes Verschulden aufgetreten: Das Barotrauma im Außenohr. Bei fahrlässiger Benutzung von Ohrenstöpseln kommt es beim Abtauchen zu einem Unterdruck zwischen Stöpsel und Trommelfell, wodurch dieses nach außen gebogen und evtl. zerreissen kann.

Deswegen verbietet es sich beim Tauchen Ohrenstöpsel zu benutzen. Auch auf enganliegende Neoprenkopfhauben ist zu achten.